One small step for mankind – a giant leap for Africa

May 12, 2010

Kapstadt, meerig
Die Augen der Weltöffentlichkeit, in einem Monat werden sie landen! Ab dann wird gierig auf den Süden Afrikas geschaut! Ein gemeiner Mensch weiß man von diesem Kontinent selten mehr als vom Mond: dass Menschen mehr schlecht als recht überleben können, dass Wassermangel auf der Tagesordnung steht, Krisen und Probleme. Gibt es da noch mehr?
Ab elften Juni fokussieren Tausende von Objektiven die Landmasse im Süden dieses Kontinents, am Kap der Guten Hoffnung, wo die Uhrzeit nicht von der in Europa abweicht! Kann im Grunde gar nicht so fremd sein alles dort. Wer um die selbe Zeit aufsteht und zu Bett geht hat doch schon ein Fundament auch für ein gemeinsames Fussballspiel.

City, hosting.Unscharfe, verwackelte und grobkörnige Aufzeichnungen von Journalistinnen und Journalisten werden sich wie ein Staubschleier auf die Frontseiten der Zeitungen und Magazine in aller Welt legen. Und damit wird auf der Landkarte der Milliarden Zuschauer, Zuhörer und Leser der bisher weisse Fleck südlich des Mittelmeeres sich füllen: mit dunklen, lächelnden Gesichtern, mit steinigen und grünen Hügeln, vielleicht auch mit ein paar bunten Holzhütten. Südafrika wird als ein Land mit sechsspurigen Autobahnen, Nobelshoppingpalästen, Luxusyachten und Surfing-Wellen erscheinen, und als ein Land mit Riesentownships, mit Wellblechhütten, mit Vergewaltigungsraten und mit HIV&AIDS.
Stadion, downtownEs wird Berichte über klatschnasse Touristen geben, die in Afrika im Regen und in der Kälte stehen. Wo doch bis vor der Medienlandung Afrika und Kälte soviel gemein zu haben schienen wie Deutschland und Fussballästhetik.
Kap, der guten Hoffnung.Die TV-Lautsprecher der Welt werden unweigerlich heruntergedreht werden, um nicht den trötenden Uweseelers zum Opfer zu fallen. Denn die elf südafrikanischen Landessprachen werden sich mit diesen Blasgeräten vereinen zu einer einzigen, dröhnenden Energiewelle. (Die Earplug-Industrie des Landes bereitet sich mit Sonderschichten auf die Nachfrage vor, wohl ein Wirtschaftsbbereich, der ganz sicher von 2010 profitieren wird.) Ob die Touristen mit ihren 23 EU-Amtssprachen und unzähligen weiteren Sprachen der Welt auch diesem Tröt-Rausch folgen und kräftig mitpusten? Dann würde es wirklich ein einzigartiges Ereignis werden, wenn die Menschheit elefantengleich aus einer Kehle trötet. In diesem Falle dürfte sogar der Worst Case seinen Schrecken verlieren, dann dürfte sogar Italien wieder Fußballweltmeister werden.
Nach einem Monat werden die Augen der Welt abheben und zurück schweben. Und es wird in einigen Gegenden des Kontinents weiterhin kaum Wasser geben und es wird Menschen geben, die mehr schlecht als recht überleben. Wie auf dem Mond?
Stadion, final.

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